Dänische Techno-Akademie, oder was?

Bei Spiegel-Online wurde ein insgesamt recht interessanter Artikel über das  „Danish Institute for electronic Muisc“ (DIEM) in Aarhus veröffentlicht. Dort heisst es:

In der weltweit wohl einzigen Techno-Akademie im dänischen Aarhus lernen die Studenten, wie man einer Partymeute einheizt und wie der Druck entsteht, der die Körper der Tänzer vibrieren lässt. Die Absolventen entern derzeit die Berliner Techno-Szene.

Jedoch sieht man an diesem Beispiel mal wieder, wie klischeeartig elektronische Musik in den Medien dargestellt wird: Die „Partymeute einheizen“ ist am Wochenende sicherlich für den ein oder anderen studierenden des zur Royal Academy of Music gehörenden DIEM Alltag. Wenn man sich aber anhört, was für eine Art von Musik diese produzieren und  präsentieren, hat das wenig mit dumpfen Technobeats zu tun.

Den Künstlern des DIEM’s – zumindest denen, die ich bei meinem halbjährigen Aufenthalt in Aarhus kennen gelernt habe (darunter übrigens auch Manu aus dem Artikel) – geht es in erster Line darum, die künstlerische Freiheit fernab des Mainstreams auszuleben. Klanginstallationen, schräge Sounds, Kollagen, Rumgefrickel. Die Ansätze reichen von dem, was man im Volksmund E-Musik nennt bis hin zu schrägen IDM-Beats – im Hintergrundrauschen immer die Wörter „philosophisch“ und „abstrakt“ zu hören. DJing und Technoszene ist eher Nebensache.

Das gilt beispielsweise für Jonas R. Im Rahmen des aarhuser RAMA-Festivals 2008 habe ich seine „Installation“ bestaunen dürfen, bei der mit Hilfe von „Saugnapf-Lautsprechern“ elektronische Impulse von Max/MSP an freihängende Metallplatten gesendet werden, die daraufhin zu vibrieren beginnen und so einen unglaublichen Klang von sich geben.

Von einer Techno-Akademie zu sprechen wird dem DIEM also auf keinem Fall gerecht. Etwas schräg sind die Leute dort aber schon – und vielleicht auch etwas elitär. Aber nicht Techno. Und schon garnicht DJ.

Studienfach Techno-DJ – Heiße dänische Nächte in Berlin | Spiegel-Online

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