Archiv der Kategorie 'Software'

20
Mär
09

Akai APC40 Controller und die Sinnfrage

CDM berichtet schon seit einiger Zeit von einem neuen Controller, der von Akai in Kooperation mit Ableton entwickelt wird. Besonders auf der diesjährigen NAMM hat das Gerät für Aufmerksamkeit gesorgt.

Zurecht, wie ich finde! Die Meldungen erreichten mich, als ich selbst gerade eine Lösung für Clipsteuerung in Ableton suchte. Das APC40 solle sich problemlos in Ableton einbinden lassen da es bestimmte CC-Commands nutze die es erlauben, ohne Treiber oder nervigen Einstellungen sofort loszulegen.

Gerade der Umstand, dass die einzelnen Tasten durch leuchten anzeigen, welche Clips gerade aktiv sind und die Möglichkeit, mehrfachbelegungen von Fadern und Potis vorzunehmen, lässt mich an ein sehr intuitives Gerät denken.

Aber 449 € ??? Das ist schon  etwas SEHR viel für meinen Geldbeutel. Und das für ein paar Knöpfe?

Ich selbst besitze mit dem Foot-Pedal, der MPC, meinem Midi-Keyboard und einem Gamepad schon genügend Kontroll-Möglichkeiten. Das einzige, was mir noch gefehlt hat, war eine Möglichkeit, schnell und intuitiv Clips zu starten zu muten und zu stoppen, auch z.B. Loops, die ich mit dem Fußpedal aufgenommen habe.

Ich habe nachgedacht und mir eine Dell-Tastatur für 3 € bei Ebay ersteigert und die Tasten farbig angsprüht. Jetzt habe ich für Ableton auch einen Clip-starter – und das für 10 anstatt 8 Kanäle. Inklusive Mute-, Stop-, Rec-Aim-, und Effect-Buttons. Natürlich blinken die Tasten nicht und ich kann für jeden Kanal auch nur jeweils einen Clip starten, aber für Live-Performances ist das schon angenehmer, als mit der Maus zu klicken. Und 449 € zu latzen.

P.S.: Video kommt sicher bald

P.P.S.: DIY!

03
Dez
08

Anleitung: Live-Looping mit Ableton Live und Boss FC-50

Über Live-Looping per Fußpedal wurde hier und da schon oft berichtet. Jemand hat sogar gezeigt, wie man sich für 5$ ein Pedal aus einer ausrangierten Tastatur bauen kann und damit per Fußtritt z.B. seine Gitarre erst aufnehmen und dann loopen kann.

Bei den meisten „Versuchen“ war es jedoch nötig, immer je  zwei Pedale für eine Spur zu belegen: Das erste Pedal zum aufnehmen von Spur 1, das zweite zum abspielen des Loops dieser Spur, das dritte Pedal zum aufnehmen von Spur 2 und zum absielen derselbigen musste man Pedal Nummer 4 opfern usw.. Mehr noch: wenn man kein Audio, sondern Midi (-Keyboard) aufnehmen wollte, musste man erstmal die jeweilige Spur anwählen, damit auch das gewünschte Instrument angesteuert wird. Also: entweder nochmal Pedale aufopfern, oder auf die Computer-Tastatur zurückgreifen. Beides ist nicht wirklich kompfortabel. Vor allem: ich habe nur 6 Pedale auf meinem Surfbrett!

Mit diesen 6 Pedalen kann ich nach einigen Überlegungen nun 10 (!) Spuren ansteuern. Mit den Pedalen (1-5, Pedal 6 ist beim FC-50 ein „switcher“ zwischen den Spuren 1-5 und 6-10) wählt man mit dem ersten Tritt die jeweilige Spur aus, mit dem zweiten Tritt wird dann auf dieser Spur aufgenommen und beim dritten mal treten wird der Loop dann abgespielt. Wenn man dann nochmal drauf tritt, wird die Spur gelöscht und es wird sofort weiter aufgenommen. Wenn man dann noch einmal tritt…richtig: wird die neue Aufnahme geloopt abgespielt.

Hier ist eine kleine Anleitung, wie man mein kleines Skript benutzt und einige Hinweise für interessierte Leser, die etwas mehr erfahren wollen:

Voraussetzungen:

1. Bome’s Midi Translator (Die kostenlose Classic-Version reicht)

2. Ein Pedal. Ich habs mit dem Boss FC-50 gemacht, andere können aber auch genutzt werden. Wichtig ist nur, dass die Pedale Program-Change Befehle senden. Pedal 1 sollte „C0 00 „, Pedal 2 „C0 01″, usw. senden. Mit ein Paar Veränderungen im Script wirds aber auch ein anderes Pedal tun.

3. Natürlich Ableton Live ;)

Anleitung:

1. Mein Midi-Translator Skript runterladen und in das Progamm laden

2. In Ableton die Tastenbefehle wie folgt zuordnen:

- Clips in Tracks abspielen: Q-P

- Clips stoppen: A-Ö

- Track zum recorden auswählen: 1-0

Wichtig: Es müssen Großbuchstaben verwendet werden! (Eigentlich aber nur, weil ich diese auch im Skript verwende.)

Das sollte dann so aussehen:

Ihr könnt auch meine Ableton-File benutzen.

3. Zwar müssen in Ableton nun keine Midi-Einstellungen unternommen werden, dafür aber im Midi Translator (Falls noch nicht geschehen). In der Menü-Leiste unter Midi-In das gewünschte Midi-Gerät zur Eingabe aufwählen. Midi-Out ist uninteressant, denn wir wollen ja, dass Tastaturbefehle ausgespuckt werden.

4. Midi-Translator geöffnet lassen und in Ableton wechseln. Pedal 1 treten und schauen, ob die erste Spur zum aufnehmen angewählt wird. Nochmal drücken, um auf der Spur aufzunehmen, Ein drittes mal, um die Aufnahme zu stoppen und die Aufnahme im Loop abzuspielen.

5. Falls 4. nicht funktioniert, kann dies mehrere Ursachen haben:

- Das Pedal ist nicht richtig angeschlossen. In Bome’s Translator blinkt links unten eine Lampe auf, wenn ein Pedal gedrückt wird und alles richtig verkabelt ist.

- Du hast kleine anstatt GROßE Buchstaben bei Ableton verwendet.

- …oder du hast Capslock an

- Dein Pedal unterstützt nicht Program-Change oder es sendet andere Program-Change Befehle als meins. Dann hilft nur ein editieren meiner Midi-Translator-Datei.

Anmerkungen

Was ist also nun das besondere an meinem Skript? Wie funktioniert es?

Das Problem mit Bome’s Midi Translator ist, dass eigentlich (und logischerweise) nur ein spezifischer Tastaturbefehl einem spezifischen Midi-Signal zugeordnet werden kann. Bome vesteht nicht, dass ein Pedal schon gedrückt wurde (z.B. Spur auswählen) und nun ein anderer Befehl mit diesem Pedal ausgeführt werden soll (z.B. Aufnehmen).

Ich möchte das hier nicht in aller Kompliziertheit ausführen, aber falls sich hier jemand wirklich für die programmierung von Pedalen interessieren sollte, sei nur soviel gesagt: Es lassen sich mit Midi Translator nicht nur Tastaturbefehle ausführen, sondern auch sogenannte Preset Changes. Damit ist es möglich, einem Pedal-Befehl (z.B. Pedal 1) gleichzeitig eine Tastenkombination („1″, um Spur 1 auszuwählen) UND einen Wechsel der Bome-internen Presets (wechsel zu Preset „Rec01″) auszuführen. In dem neu gewählten Preset hat dann dieser eben betätigte Pedal (1) eine andere Funktion (Q + „entf“ + Q, um auf Spur 1 aufzunhmen), während die Befehle der anderen Pedale (Spur zum Aufnehmen auswählen) gleich bleiben. Das wird mit der Zahl nacheinandergereihter Befehle pro Pedal und mit der Zahl der Spuren sehr unübersichtlich und kompliziert, so dass ich euch bei Interesse nur dazu auffordern werde, euch das Skript anzuschauen!

Ich hoffe, ich habe es nicht all zu kompliziert ausgedrückt und es funktioniert bei euch so wunderbar wie bei mir! Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir ne Mail oder sonst was. Ich werde wenn ich in den Ferien etwas Zeit habe, ein kleines Video machen, bei dem die Funktionsweise etwas deutlicher wird.

Glossar:

Bome’s Midi-Translator:

Freeware-Programm, das Midi-Signale (z.B. eines Pedals) in
Tastaturbefehle und -kombinationen umwandelt. Nützlich, um in Ableton bestimmten
Bedienelementen Tastaturbefehle zuzuweisen und dann diese mit seinem Midi-Gerät zu steuern.

Program-Change Befehle

Befehle, die dafür gedacht sind, Sequencern, Gitarren-Effektgeräte usw. „Systembefehle“ zu senden und eigentlich keinen musikalischen Inhalt wie Tonhöhe, Takt usw. beinhalten. Es wird lediglich vermittelt: Wechsle zum Programm x. Dabei kann „Program“ ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Wir nutzen diese Signale hier, um Ableton z.B. zu sagen: „lösche den Clip auf Spur x und nehme auf dieser Spur ab der nächsten Zählzeit auf“. Mit Program Change kann man aber auch ganz einfach bei diversen Gitarren-Effekten/Tops bestimmte Voreinstellungen (Chorus, Overdrive, etc) aufrufen.

08
Aug
08

jam mich tot!

Eigentlich sollte ich zur Abwechslung ja mal meine Hausarbeit anfangen, damit ich endlich mal wieder BaFöG gezahlt bekomme. Stattdessen sitze ich hier im Hotel rum und erfahre Dinge, die mein Musiker- und Nerdherz höher schlagen lassen.

Wie zum Beispiel das hier: Der Anbieter eJamming bietet eine Software an, mit der man online mit anderen Menschen auf der ganzen weiten Kugel musikalisch interagieren kann. Dabei klinkt man sich in peer2peer Audio- oder Midi Kanäle ein (die unter Windows ASIO mit 48 Khz erfordern) und kann sofort losjammen – Praktisch eine Art skype für Musiker. Das Projekt befindet sich zur Zeit in der Public Beta version und ist in dieser Phase noch völlig kostenlos. Schnellere Verbindungen werden mit einem Monatlichen Beitrag von 15-20 € angeboten.

Ob das alles nützt, wenn der Bandleader nach Australien zieht, sei dahin gestellt. Ich bezweifle, dass (vor allem eine „Gitarrenband“) onlinesessions ohne Bier und Kippen in nem Betonbunker zusammenschweisst. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Latenzen aushaltbar sind. Angeblich liegen sie unter 1er Millisekunde (was der latenz bei einem großen Symphonieorchester entspricht) aber einen Ping wird man wohl doch noch verspüren, vor allem, wenn man mit Asien jammt!

Nichtsdestotrotz halte ich das ganze für ein spannendes Projekt, was ganz neue Möglichkeiten mit sich bringt. Sänger wie Thom Yorke haben ja auch schon Songs über ISDN-Leitungen eines Hotels in einem anderen Land eingespielt. Globale Musiknetztwerke, Verschmelzung von Musik und Wissenschaft, akustische Experimente jenseits der Populärkultur, das alles kann durch solche Projekte Gefördert werden. Nur die Kommerzialisierung und Monopolisierung (durch ein neuentwickeltes patentiertes Protokoll) macht mir da etwas sorgen.

07
Aug
08

ich holtadipolta deine Mutter!

Tach, Alexis mein Name.

Ich will garnicht lang drum rum reden. Hier ist mein neuer Blog. In Dänemark habe ich mit dem bloggen angefangen, jetzt geht es hier weiter. Jedoch auf eine „spezielle“ Thematik bezogen: Musik. Die „“ habe ich gesetzt, weil dieses Thema ebenso speziell wie vielfältig, fassettenreich, multidimensional, metageebnet und schichtgelagert ist.

Dieser Blog wird möglichst all meine Erfahrungen, Erkenntnisse, Überlegungen, Auslegungen, Meinungen, Experimente, Begegnungen und Früchte zusammentragen, die ich mit Musik mache. Das können Konzertberichte sein sowie Neuigkeiten aus der Musik- und Producingwelt, Nerdiger bastelkram, verrückte sowie schöne Kunstprojekte audiovisueller Art, neu entdeckte Musiker und sonstiger abgefuckter Kram, den man von mir kennt inkl. neuem holtatipolter aus meiner Feder und meinem Fader.

Den Anfang möchte ich heute mit meiner Recherche in einem wirklich tollen Musik(er) Forum machen. Da ich momentan noch in einem Hotel als Nachtportier arbeite, habe ich viel Zeit, um mir die Nacht mit langen surfsessions totzuschlagen. Beim durchstöbern dieses Forums bin ich auf zwei tolle Seiten gestoßen:

Touchpad 2 midi

Die Idee ist nicht ganz neu und viele solcher kleine Tools wurden schon mit max/msp und Supercollider geschrieben. Das Problem war dabei nur stets die Einbindung in DAWs wie Ableton Live oder Reason. Mit dieser Freeware einer dänischen(!) Firma ist es aber nun kein Problem mehr, beliebige Midi-Befehle auf die X-Y-Achsen des Notebook-Touchpads zu legen und verschiedenste Parameter deiner Lieblings-Software zu steuern! Werd ich sofort ausprobieren, wenn ich mal wieder ein neues Notebook habe….

Noch mehr reizt mich allerdings die Version „Tablet 2 Midi“! Diese kann man sich auch von der Seite runterladen und wird für diejenigen, die noch irgendwo so ein USB-Tablet-zeichen-Dingsbums rumfliegen haben – SO WIE ICH :D -  einen heiden spass bedeuten! Angeblich kann man sogar auf der Zeichenoberfläche seines Tablets bestimmte Areas definieren, an denen bestimmte befehle getriggert werden….(ääh, wofür hab ich nochmal einen MPC?)

Sobald ich – ja ihr könnts euch denken – ein Notebook habe und die Software angetestet habe, werde ich an geeigneter Stelle nochmal darauf zurückkommen.

The Beattrader

Ich habe ja schon oft überlegt, wieviele Hiphop-kids wohl täglich stundenlang vor ihrem PC sitzen, um sich instrumental-loops runterzuladen, auf diesen zu rappen versuchen und damit dann vor ihren homies anzugeben.

Diese Seite lässt einen mit solchen Volldeppen unter Umständen sogar bares Geld verdienen!!! Einloggen, beats hochladen und warten, bis ein Fisch anbeisst und den scheiss kauft – fertig! Abgesehen davon, dass sich die URL ein wenig wie „betray“ liest, stellt sich da ja immernoch die Frage, wer denn da betrogen wird. Ich jedenfalls nicht, denn die loops, die ich da verkaufen würde wären verdammter sondermüll, denn ich mir nichtmal mit Ohrsröpseln anhören würde! Ihr könnt gerne die Rechte dafür haben! Ich möchte nur meine Arbeitszeit honoriert haben! Gebt mir 20 minuten und ich mach dir nen Jiggajigga Blingbling Track, so wie ihr Gangsta da draussen ihn haben wollt!

Hier mal ein Beispiel von dem, was ich meine:

Wenn ich einen neuen ihr-wisst-schon habe, fang ich an mit Jigga-Beats!

So, das wars für den ersten post, mal sehn ob ich jetzt schneller mit dem schreiben bin als in Dänemark!