Archiv der Kategorie 'Live Music'

12
Aug
09

The Denarration of Now

Gestern habe ich meine Diplomklausur in Statistik geschrieben und habe jetzt endlich Zeit, mich den unwichtigen Dingen meines Lebens zu widmen. Das bedeutet zum einen: Endlich mal wieder einen Artikel bloggen!

Das bedeutet aber vor allem: Mich in mein Schlafzimmer einschließen und für den kommenden Gig proben! Am 22. August darf ich im Rahmen der „The Denarration of Now / urban Zen²“-Reihe im WP8 (Düsseldorf) meine Assoziationen mit der Zerstörung von Erzählungen an das Auditorium vermitteln.

Hier mal ein paar Hintergrundinfos für die, die es ganz genau wissen wollen:

Die Idee:

Mit denarrativ ist in dem Kontext gemeint, vorhandene – narrative – Musik und Musikapparate so zu manipulieren, dass der ursprüngliche Sinn zerstört wird. Recycling altbewährter und in die Tage gekommender Konventionen und Bedeutungsmuster.  Das Ende der großen Erzählungen. Denarration of now. Renarration of yesterday. (Übrigens: Mein Bontempi-Liebling ist ein Jahr älter als ich!)

Die Methode:

Sowohl vorhandene Stücke von mir als auch Samples von bekannten Stücken werden durch Fleischwölfe gejagt, Rückkopplungen erzeugt, Erzählstimmen umstrukturiert und uminterpretiert. Der Ansatz ist von Stück zu Stück unterschiedlich. So verwandle ich z.B. in einem Stück mein DJ-Set – in dem ca. 200 Tracks vorhanden sind – zu einer 5-Minütigen Sampleschlacht.

Das Setup:

Drei Geräte stehen (fast) gleichberechtigt nebeneinander: Das gebendete Bontempi Keyboard, die MPC und der Laptop.

Dem Laptop kommt dabei zum größten Teil die Aufgabe als Midi-Clock, VST-Instrument (u.A. mein Appreg-Simple-Samplefucker), Loopstation (für die VSTi’s und das Bontempi Keyboard) und als Rückkopplungsgenerator zu. Dies passiert alles in Ableton Live 7 und mit Hilfe von einigen kleineren Tools für das Gamepad (mit dem ich die Rückkopplungen steuere) und für die Kommunikation zwischen Foot-Pedal und Live. Zusätzlich benutze ich noch ein Tool, mit dessen Hilfe ich das Touchpad meines Laptops zu 4 Effekt-Slidern umfunktioniert habe.

Die MPC ist das zweite Gerät. Wie anfangs erwähnt, sind die 3 (Haupt-)Geräte fast gleichberechtigt. Eigentlich aber deshalb nicht, weil es ja der Laptop ist, der im wahrsten Sinne des Wortes „den Takt angibt“. Die MPC ist aber bei manchen Stücken das einzige Gerät, das wirklich gespielt wird. Hinter der MPC ist die meinste Zeit ein Mini-Kaoss-Pad geschaltet. Hin und wieder schalte ich das Mini-KP aber auch zusätzlich noch hinter das Bending-Keyboard.

Das Bontempi-Bending-Keyboard wird Soundtechnisch das Konzert dominieren. Es ist einfach unglaublich, wie verschiedenartige und interessante Schallwellen da raus kommen! Hinter dem Toy ist ein altes Multieffektgerät angeschlossen, mit dem ich das Klangbild nochmal verändern kann. Das ganze geht dann ins Mischpult und durch die Sends in mein Audiointerface, um das Keyboard loopen zu können.

Die Daten:

Das Konzert findet wie gesagt am 22. August im WP8 in Düsseldorf am Worringer Platz (nahe Hauptbahnhof) statt. Einlass ist 22 Uhr. Nach der Performance lädt dann Smzzz&Jones.DLL mit ihrem DJ-Set zu einer gemütlichen Runde Glitch, IDM, Noise und Minimal ein.

WP8

Flyer

26
Mai
09

best live acts on 21st Dour

10 der besten Liveacts auf dem diesjährigen Dour hab ich hier mal zusmamengestellt. Ein Paar Clips sind nichtmehr ganz aktuell. Aber darum gehts ja nicht. Sondern um geile Live-Clips die Bock auf das genialste Festival nullneun machen!

Fuck Buttons

Animal Collective

Tokyo Ska Paradise Orchester

Aphex Twin + Hecker

Jamie Lidell

Sepultura

Venetian Snares

Rolo Tomassi

Sebastian Tellier

Caribou

24
Mai
09

Links Mai’09

20
Mär
09

Video-Sampling

Ok ich gebs zu. Ich bin ein totaler Vollpfosten wenns um Videoediting  geht. Das bedarf keiner weiteren kommentare.

Das hier ist besser:

DAS hier ist allerdings der reine Wahnsinn:

Wenn jemand einen Plan hat, mit welchem Programm man Video (+audio) samples so wie Audiosamples behandeln kann, sprich:  Schneiden und dann triggern, rückwärtslaufen lassen und das alles etwas einfacher, als bei Premiere Copy-paste massaker durchzuführen, das meiner Erachtens nichtmal eine BPM-“Lineal“-Leiste besitzt, dann bitte bei mir melden oder hier nen comment setzen! Muss ja nicht gleich son’ Handschuh sein ;)

03
Dez
08

Anleitung: Live-Looping mit Ableton Live und Boss FC-50

Über Live-Looping per Fußpedal wurde hier und da schon oft berichtet. Jemand hat sogar gezeigt, wie man sich für 5$ ein Pedal aus einer ausrangierten Tastatur bauen kann und damit per Fußtritt z.B. seine Gitarre erst aufnehmen und dann loopen kann.

Bei den meisten „Versuchen“ war es jedoch nötig, immer je  zwei Pedale für eine Spur zu belegen: Das erste Pedal zum aufnehmen von Spur 1, das zweite zum abspielen des Loops dieser Spur, das dritte Pedal zum aufnehmen von Spur 2 und zum absielen derselbigen musste man Pedal Nummer 4 opfern usw.. Mehr noch: wenn man kein Audio, sondern Midi (-Keyboard) aufnehmen wollte, musste man erstmal die jeweilige Spur anwählen, damit auch das gewünschte Instrument angesteuert wird. Also: entweder nochmal Pedale aufopfern, oder auf die Computer-Tastatur zurückgreifen. Beides ist nicht wirklich kompfortabel. Vor allem: ich habe nur 6 Pedale auf meinem Surfbrett!

Mit diesen 6 Pedalen kann ich nach einigen Überlegungen nun 10 (!) Spuren ansteuern. Mit den Pedalen (1-5, Pedal 6 ist beim FC-50 ein „switcher“ zwischen den Spuren 1-5 und 6-10) wählt man mit dem ersten Tritt die jeweilige Spur aus, mit dem zweiten Tritt wird dann auf dieser Spur aufgenommen und beim dritten mal treten wird der Loop dann abgespielt. Wenn man dann nochmal drauf tritt, wird die Spur gelöscht und es wird sofort weiter aufgenommen. Wenn man dann noch einmal tritt…richtig: wird die neue Aufnahme geloopt abgespielt.

Hier ist eine kleine Anleitung, wie man mein kleines Skript benutzt und einige Hinweise für interessierte Leser, die etwas mehr erfahren wollen:

Voraussetzungen:

1. Bome’s Midi Translator (Die kostenlose Classic-Version reicht)

2. Ein Pedal. Ich habs mit dem Boss FC-50 gemacht, andere können aber auch genutzt werden. Wichtig ist nur, dass die Pedale Program-Change Befehle senden. Pedal 1 sollte „C0 00 „, Pedal 2 „C0 01″, usw. senden. Mit ein Paar Veränderungen im Script wirds aber auch ein anderes Pedal tun.

3. Natürlich Ableton Live ;)

Anleitung:

1. Mein Midi-Translator Skript runterladen und in das Progamm laden

2. In Ableton die Tastenbefehle wie folgt zuordnen:

- Clips in Tracks abspielen: Q-P

- Clips stoppen: A-Ö

- Track zum recorden auswählen: 1-0

Wichtig: Es müssen Großbuchstaben verwendet werden! (Eigentlich aber nur, weil ich diese auch im Skript verwende.)

Das sollte dann so aussehen:

Ihr könnt auch meine Ableton-File benutzen.

3. Zwar müssen in Ableton nun keine Midi-Einstellungen unternommen werden, dafür aber im Midi Translator (Falls noch nicht geschehen). In der Menü-Leiste unter Midi-In das gewünschte Midi-Gerät zur Eingabe aufwählen. Midi-Out ist uninteressant, denn wir wollen ja, dass Tastaturbefehle ausgespuckt werden.

4. Midi-Translator geöffnet lassen und in Ableton wechseln. Pedal 1 treten und schauen, ob die erste Spur zum aufnehmen angewählt wird. Nochmal drücken, um auf der Spur aufzunehmen, Ein drittes mal, um die Aufnahme zu stoppen und die Aufnahme im Loop abzuspielen.

5. Falls 4. nicht funktioniert, kann dies mehrere Ursachen haben:

- Das Pedal ist nicht richtig angeschlossen. In Bome’s Translator blinkt links unten eine Lampe auf, wenn ein Pedal gedrückt wird und alles richtig verkabelt ist.

- Du hast kleine anstatt GROßE Buchstaben bei Ableton verwendet.

- …oder du hast Capslock an

- Dein Pedal unterstützt nicht Program-Change oder es sendet andere Program-Change Befehle als meins. Dann hilft nur ein editieren meiner Midi-Translator-Datei.

Anmerkungen

Was ist also nun das besondere an meinem Skript? Wie funktioniert es?

Das Problem mit Bome’s Midi Translator ist, dass eigentlich (und logischerweise) nur ein spezifischer Tastaturbefehl einem spezifischen Midi-Signal zugeordnet werden kann. Bome vesteht nicht, dass ein Pedal schon gedrückt wurde (z.B. Spur auswählen) und nun ein anderer Befehl mit diesem Pedal ausgeführt werden soll (z.B. Aufnehmen).

Ich möchte das hier nicht in aller Kompliziertheit ausführen, aber falls sich hier jemand wirklich für die programmierung von Pedalen interessieren sollte, sei nur soviel gesagt: Es lassen sich mit Midi Translator nicht nur Tastaturbefehle ausführen, sondern auch sogenannte Preset Changes. Damit ist es möglich, einem Pedal-Befehl (z.B. Pedal 1) gleichzeitig eine Tastenkombination („1″, um Spur 1 auszuwählen) UND einen Wechsel der Bome-internen Presets (wechsel zu Preset „Rec01″) auszuführen. In dem neu gewählten Preset hat dann dieser eben betätigte Pedal (1) eine andere Funktion (Q + „entf“ + Q, um auf Spur 1 aufzunhmen), während die Befehle der anderen Pedale (Spur zum Aufnehmen auswählen) gleich bleiben. Das wird mit der Zahl nacheinandergereihter Befehle pro Pedal und mit der Zahl der Spuren sehr unübersichtlich und kompliziert, so dass ich euch bei Interesse nur dazu auffordern werde, euch das Skript anzuschauen!

Ich hoffe, ich habe es nicht all zu kompliziert ausgedrückt und es funktioniert bei euch so wunderbar wie bei mir! Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir ne Mail oder sonst was. Ich werde wenn ich in den Ferien etwas Zeit habe, ein kleines Video machen, bei dem die Funktionsweise etwas deutlicher wird.

Glossar:

Bome’s Midi-Translator:

Freeware-Programm, das Midi-Signale (z.B. eines Pedals) in
Tastaturbefehle und -kombinationen umwandelt. Nützlich, um in Ableton bestimmten
Bedienelementen Tastaturbefehle zuzuweisen und dann diese mit seinem Midi-Gerät zu steuern.

Program-Change Befehle

Befehle, die dafür gedacht sind, Sequencern, Gitarren-Effektgeräte usw. „Systembefehle“ zu senden und eigentlich keinen musikalischen Inhalt wie Tonhöhe, Takt usw. beinhalten. Es wird lediglich vermittelt: Wechsle zum Programm x. Dabei kann „Program“ ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Wir nutzen diese Signale hier, um Ableton z.B. zu sagen: „lösche den Clip auf Spur x und nehme auf dieser Spur ab der nächsten Zählzeit auf“. Mit Program Change kann man aber auch ganz einfach bei diversen Gitarren-Effekten/Tops bestimmte Voreinstellungen (Chorus, Overdrive, etc) aufrufen.

26
Nov
08

Heimlich, still und…

…naja, ziemlich leise ists hier geworden. Das liegt nicht zuletzt an der Uni, die mich momentan ziemlich herausfordert. Letzten Freitag hatte ich beispielsweise ein Blockseminar in Gelsenkirchen, am Wochenende hatte ich ein EDV-Blockseminar. Dies hat zwei Folgen: zum ersten bleibt dann keine Zeit, etwas zu bloggen und zum anderen auch keine Zeit, etwas zu erleben, was würdig wäre, hier reinzuloggen! Dieser Artikel ist da natürlich die Ausnahme ;)

Natürlich habe ich aber in der Zwischenzeit auch ein paar Sachen im Netz gefunden, die ich keinem vorenthalten möchte. Deshalb gibts hetzt einfach mal ne Link-Liste:

Tesla-Spulen machen einen auf Super Mario OST:

Abgefahrener Werbeclip von Sony

Der Stummfilm „The Passion Of Joan Of Arc“ von 1928 gibt’s in voller Länge auf Youtube zu sehen:

Den Film hat mir diese Seite, die personalisierte Film-recommendations macht (á la last.fm) empfohlen.

Ansonsten kann ich für die kleine langeweile nebenbei dieses kostenlose massive-multiplyer-browser-game emfehlen! Bin gerade dabei, meine Stadt „Gummersbach“ herzurichten.  Nach einer etwas langweiligen Startphase wirds langsam intersessant!

Musikalisch bin ich momentan drauf und dran, mein Liveset zu erstellen und zu proben. Das Konzept sieht so aus, dass jedem Instrument 1-2 Songs „gewidmet“ wird. Das ergibt sich daraus, dass ich gemerkt habe, dass ich live nunmal nicht alle Instrumente gleichzeitig bedienen kann und mich daher für das Instrument/Gerät entscheiden musste, welches das Stück am meisten prägt. So wird der mpc-track mute song (den ich schon weiter unten vorgestellt habe) natürlich auch nur mit dem MPC gespielt (wobei zusätzliche Samples u.U. von Live kommen könnten)

Bei den Proben kommt es auch das ein oder andere mal vor, dass ich aus einzelnen Bestandteilen eienes (oder mehrerer) Songs einen ganz neuen zaubere. Ich denke diese „remixes“ werden in irgendeiner Form auch mit ins Liveset fließen.

So, hoffetlich bin ich bald wieder ein bisschen mehr am Start. Bis dahin alles Gute!

20
Sep
08

Saftige Schläge ‘08

Paul hat endlich das Video zum Juicy Beats 2008 fertig geschnitten und online gestellt. Ein cooler kleiner Clip, der auf jeden Fall lust auf Sonne und noch mehr Sommer und openair Musik macht! Besonders Isis „Auftritt“ zur Mitte des Videos ist herrlich!