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Hallo Welt!
Erst das Eigenharp und jetzt schon wieder ein neues elektroakkustisches Instrument: Ein elektronisches Didgeridoo-Irgendwas mit realtime-audioprocessing, das auch noch über Bluetooth mit Max/MSP kommuniziert!
Der erfinder Kyle Evas:
I created this instrument to experiment in the combination of the organic sound qualities of a didgeridoo with the advanced signal processing capabilities of modern computer programming and sound synthesis. This custom built didgeridoo features externally mounted modules that allow the performer to process and manipulate the sound of the instrument in real time. All control data is transmitted wirelessly via blue tooth and is controlling several audio processes created in a custom-built software environment. If you have any questions about the instrument please feel free to ask.
Fragt sich nurnoch, wann das Dingsbums in Serie geht. Ich brauche das.
Create Digital Music » Digi Didgeridoo: Augmented Wireless Digital Instrument with Aboriginal Roots.
Ich kenne folgendes Heimvideo über ein DIY-monome schon länger, aber dass der Urheber dieses Videos bitbutter sein Gerät Kreationisten empfiehlt, damit sie das Prinzip der Emergenz endlich verstünden, ist wohl völlig an mir vorbeigegangen. Was bei dem Titel eigentlich unglaublich dämlich ist.
Leider bringt er mit seiner Definition von Emergenz („[...]the idea that through the action of very simple rules – or simple behaviors – applied many times over, complexity can emerge.“) nicht direkt auf den Punkt, worum es bei Emergenz eigentlich geht. Er beschreibt vielmehr „Conway’s game of life“ auf das er ja auch verweist. Darauf werde ich gleich zurück kommen.
Der eigentliche Punkt bei Emergenz ist, dass die Elemente eines komplexen Systems für seine Eigenschaften verantwortlich sind. Dabei ist es für die Elemente, aus denen das System besteht, selbst nicht von Bedeutung, dass sie Teil dieses Systems sind. Beispielsweise sei ein einzelnes Goldatom nicht Gelb und glänzend (Siehe Anderson 2000, S.178). Dieser Grundgedanke lässt sich durch sämtliche Systeme unseres Universums und Lebenswelt durchdeklinieren und bildet ein Grundprinzip, sowohl um physikalische sowie soziale Prozesse verstehen zu können.
Worauf bitbutter eigentlich hinaus wollte ist „Conway’s game of life“. In diesem vom Mathematiker John Horton Conway 1970 entwickelten System agieren dessen Elemente nach ganz einfachen Regeln bzw. Mustern („Patterns“), woraus eine neue Komplexität auf der Makroebene entsteht. Auf math.com gibt es ein Java-Programm dazu, welches genau dieses Phänomen veranschaulicht. Unbedingt anschauen! Und um mal zurück auf die Musik zu kommen: bitbutters DIY-monome funktioniert eben genau nach diesen Regeln von Conway.
Interessant sind die Schlussfolgerungen in Anbetracht kreationistischer Übelegungen: Meiner Meinung nach kann Emergenz per Definition keinen Erschaffer im kreationistischen Sinn beinhalten, jedoch gibt es einen Knackpunkt: Wenn man die Emergenztheorie stringent weiterdenkt, können die Regeln, auf dessen Grundlage die Elemente agieren (also die Naturgesetze) nicht durch die Elemente selbst erklärt werden, sondern wiederum nur durch Ihre Bestandteile heraus. Dies führt zu einer immer stärkeren fragmentierung der Elemente. Für unsere Welt bedeutet das aber: Bei der Heisenbergschen Unschärfe ist Schluss. Ist also Gott im kleinen zu suchen? Und wenn ich mit diesen Überlegungen falsch liege (vor allem weil Elemente unteschiedlicher Ebenen sich durchaus direkt beeinflussen können): Who the fuck made the rules???
Aus den Comments:
„Life demonstrates the fact that complexity can spontaneously arise from simple rules and randomness. Far from being of ‘no significance’, this is the crux to understanding emergence.“
Tenori-On Klon für 30 Euro ???
Spielzeug oder nicht? Das frage ich mich ja schon bei den ganzen kleinen, blinkenden Dingern, die gerade den Markt überschwämmen. Nun kommt ein neues Gerät raus – Für umgerechnet 30 Euro! Wie CDM schreibt: „hackable“. Gut, denn mit der Standardversion hätte ich nicht so viel Spaß:
Der Hype um die blinkenden Knopfreihen scheint mir ein wenig inflationär. It’s too overcrowded! Es sind doch nur ein Paar Knopfreihen, die 8tel -Noten von sich geben.
Mein Gemecker nicht falsch verstehen: Ich halte diese Art von Interaktion mit Elektronik für sehr interessant. Gerade Geräte wie das monome, die den PC ansteuern. Mehr noch: Ich denke es hat die elektroakkustische Welt revolutioniert. Sicherlich muss bei dieser Revolution erst einmal die Spreu vom Weizen getrennt werden. Viele Funktionen sind in meinen Augen Sinnlos (Bsp. Faderregelung durch Buttons bei 7up) und die Handhabung ist in weiten Teilen noch nicht intuitiv genug. Diese Kinderkrankheiten werden dem Open-Source Ansatz vieler Projekte sei Dank aber wohl bald der Vergangenheit angehören.
Eine Befürchtung bleibt mir aber : Der Rückfall in die 80er Jahre. Step-Sequenzer waren das Resultat mangelnder technischer Möglichkeiten jener Zeit. Wir scheinen dorthin zurückzufallen. Vielleicht. Vielleicht bleibt es auch nur ein Spielzeug.
Create Digital Music » Bliptronic 5000: Tenori-On, monome, Meet Your $50, Hackable Clone.
Akai MPC Blog for beatmakers
Netter Blog mit vielen Videos, in denen Leute auf ihren MPC’s rumklöppen. Ein Paar deppen dabei, aber im Großen und Ganzen eine schöne Sammlung von daheim entstandenen HipHop-Beats. Aber auch Techno gibt’s:
Nintendocore up your ass!
Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, die Live-Performance von Mini Roc in der Reihe „Tunes!“ im Kulturcafé der Ruhr-Uni Bochum zu bestaunen. Mini Roc macht 8-Bit-Gameboy-Geklöppel allererster Sahne. In Europa ist er mit seinen beiden Gameboys schon recht viel rumgekommen, am Samstag hatte er in Bochum wiedermal ein Heimspiel.
Besonders beeindruckt hat mich nicht etwa die Performance an sich sondern vielmehr der Sound. Sicherlich kamen nicht alle Sounds von seinen „Hauptinstrumenten“, den zwei Gameboys. Vor Allem die Bassdrums waren alles andere als 8-Bit. Ich nehme an, dass sie von der PSP kamen, die meiner Vermutung nach durch die Gameboys – mit Hilfe des Link-Kabels und einem „Data-Sync-Kasten“ – getriggert wurde. Ausserdem wurden einige Sounds von einem Minidisc-Player abgespielt.
Das macht aber garnichts. Im Gegenteil: Gerade bei einem Lo-Fi Ansatz, der den Anspruch hat tanzbar zu sein ist es wichtig, bestimmte Soundstandards beizubehalten um das zum Teil ungewohnte Gehör des Publikums nicht überzustrapazieren. Ausserem soll es ja fett klingen: 8-Bit-Nostalgie schön und gut, aber dafür braucht man nicht dogmatisch auf die elektro-akkustischen Errungenschaften des 21ten Jahrhunderts verzichten. Lo-Fi im Hi-Fi Gewand sozusagen. Das schafft Mini Roc in jedem Fall.
Und das beste zum Schluss: Sein Debut-Album „Littleland“ (erschienen bei da! heard it records) steht auf der Label-Homepage kostenlos als Download zur Verfügung!
Als einziges Video einer Live-Performance ist folgendes auffindbar, das Mini Roc bei einem Gig 2005 in London zeigt:
Mini Roc’s „Miniland“ als kostenloses Download | via da! head it records
Live Gig
hier endlich die Video-Playlist des Auftritts im WP8 letzten Juli. Leider lassen sich bei wordpress.com keine Playlist einbetten, so dass ich an dieser Stelle nur auf den Link verweisen kann.
Hier das Intro des Auftritts:
The Denarration Of Now – alexis Live at WP8, Düsseldorf | via YouTube
Neuer Track (#3)
momentan befinde ich mich musikalisch wohl in meiner manischen Phase. Hier meine neuesten Ergüsse:
Gleich mach’ ich mich ran an den nächsten! Noch min. 2 Tracks sind zur Zeit in der Mache und fast fertig. Also vorbeischauen lohnt sich!
Dieser Track ist übrigens der erste, den ich mit Hilfe eines Sidechain-Kompressors ge“duckt“ habe. Hier gibts das freeware-VST „SSS Sidechain Compressor“ nochmal als Download, da man sich bei dem alten Link (den ich vorher hier gepostet habe) auf der HP anmelden musste.
Update: Wer Ableton Live 7+ nutzt, hat sowieso eine Sidechainfunktion im mitgelieferten Kompressor und kann auf die Freeware verzichten!
SSS Side Chain CompressorS
Neuer Track (#2)
Hier eine grobe Skizze eines neuen Tracks, den ich fast vergessen habe. Erst als ich ihn in meinem Festplattengewusel zufällig wiederentdeckt habe, erkannte ich das potenzial wart es um mich geschehen und mein Herz frohlockte bei dem Lauschen zu solch herrlichen Klängen. Ich denke, dass ich den Track nochmal einen Feinschliff geben werde, vor allem den Drums gegen Ende.
My Place (rough sketch) by alexismusic
